Weltamateurfunktag: In Nideggen-Schmidt funkt es

Weltamateurfunktag: In Nideggen-Schmidt funkt es

by Markus Niederhöfer

IT-Projekt-Manager Alex Ritter hat ein Hobby, das durch Internet und Co. ein wenig aus der Zeit gefallen scheint: Er ist DL1KDA – ein Funkamateur. Warum sein Hobby gar nicht altmodisch ist, und was ihn daran so fasziniert – in unserem Mitarbeiterporträt sind wir dem, anlässlich des Weltamateurfunktags am 18. April, auf den Grund gegangen.

Alex Ritter mit Sohn tragen Kopfhörer

Das Funken liegt im Blut: Funkamateur Alex Ritter mit Sohn Florian.

„Normalen Sprechfunk – also das “Sichunterhalten” mit anderen Leuten – mache ich meist nur noch mit meinen Vereinskollegen“, erzählt Leitungspartner-Mitarbeiter Alex Ritter und lacht. Auch seine Eltern sind Funkamateure. „Da wurde mir das Hobby wohl in die Wiege gelegt“, so Ritter weiter.

Was den gelernten IT-Projekt-Manager anspornt? „Die Grenzen der Physik auszureizen.“ Danach erzählt er von Wolkenschichten, die die Funkwellen in ganz besonderen Situationen weitertragen als eigentlich physikalisch erklärbar, von Richtantennen und Wettkämpfen, um „neue Länder und Gebiete zu erobern“.

Ein Hobby für Entdecker, Tüftler und Technikbegeisterte

Es ist dieser technische Entdeckergeist, kombiniert mit dem „Jagdinstinkt“, wie Ritter es selbst nennt. So war DL1KDA – sein offizielles Rufzeichen – der Erste, der eine direkte Verbindung zwischen Deutschland und der Karibikinsel Aruba auf 144 MHz herstellte. „Das geht eigentlich gar nicht auf den Frequenzen, auf denen ich arbeite.“ Da ist bei rund 900 Kilometern auf Grund der Erdkrümmung Schluss. Nach Aruba sind es über 8.000 Kilometer.

Seine Technik, die in Deutschland nur wenige Funkamateure nutzen: Er verwendet den Mond als Reflektor. Der ist zwar noch viel weiter entfernt – aber es besteht eine Sichtverbindung. „Diese Signale sind dann mehrere Sekunden unterwegs und es funktioniert auch nicht immer. Aber nach Aruba hatte ich Glück“, sagt Ritter nicht ohne Stolz.

Amateurfunk ist aktueller als viele denken

Wie viele Stunden pro Woche der 41-Jährige an seiner Anlage funkt, kann er nicht sagen. Seine Lebensgefährtin trägt es mit Fassung. „Das Hobby macht mich glücklich und jedes Hobby kostet Zeit. Sie hat mich so kennengelernt.“

Als altmodisch oder aus der Zeit gefallen sieht er sein Hobby gar nicht: Viele Technologien, wie zum Beispiel Satellitenfernsehen, basieren auf Techniken des Amateurfunks. Und bei Naturkatastrophen sind es meist die Funkamateure, die schnell eine stabile Verbindung in eine Katastrophenregion herstellen können. So werden dann zum Beispiel erste Hilfslieferungen oder die Anforderung von Rettungsexperten koordiniert. „Amateurfunk ist daher viel aktueller, als viele denken“, so Ritter.

Und wenn er mal mit seiner Mutter funkt, was erzählt sie ihm dann? „Du bist genauso schlimm wie dein Vater, wenn es um dein Hobby geht.“ Die Begeisterung liegt eben in der Familie.

Neugierig geworden?

Um Funkamateur zu werden, benötigt man eine Ausbildung, die mit einer offiziellen Prüfung abgeschlossen wird. Mehr Informationen gibt’s auf der Website des Bundesverbandes für Amateurfunk in Deutschland: www.darc.de.

2 Comments

  1. Treffender kann man unserer Hobby nicht beschreiben, Alex ich hoff eda du das Hobby an die nächste Generation weiter gibst..

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