Mythos Elektroauto: Die hartnäckigsten Vorurteile

Mythos Elektroauto: Die hartnäckigsten Vorurteile

by Markus Niederhöfer

Beim Thema Elektromobilität scheiden sich die Geister. „Ist doch Quatsch!“ sagen die einen. Andere sehen großes Zukunftspotenzial in der neuen Technik. Wir haben fünf weit verbreitete Vorurteile für euch unter die Lupe genommen. Vorweggenommen: Einer gründlichen Überprüfung halten sie nicht stand!

Vorurteil 1: Klima-Schwindel. „Elektroautos sind nicht umweltfreundlicher als normale Autos!“

Besonders die Klimabilanz von Elektroautos ist umstritten. Will man die Umweltverträglichkeit verschiedener Autos objektiv vergleichen, muss man drei Punkte berücksichtigen: Die Produktion des Fahrzeugs, die Herstellung des Treibstoffs und den Verbrauch inklusive Schadstoffausstoß auf der Straße.

Hier zeigt sich deutlich, dass das Elektroauto die beste Wahl ist, wenn es mit Ökostrom betrieben wird. Die Herstellung der Batterien für E-Fahrzeuge ist zwar tatsächlich sehr energieaufwendig, doch die eingesparten Emissionen machen dies wieder wett. Ausschlaggebend dafür, wie umweltfreundlich man wirklich fährt, ist die Herkunft des Lade-Stroms: Bei der Nutzung des herkömmlichen Strommix aus konventioneller und erneuerbarer Energie braucht es laut einer ADAC Studie bei einem E-Auto etwa 45.000 km Fahrleistung, bis es einen Benziner der Kompaktklasse klimatechnisch schlägt. Fährt man nur mit Ökostrom, ist man von Beginn an umweltfreundlicher unterwegs: hier liegen die Emissionen fast bei null.

Vorurteil 2: Geringe Reichweite. „Elektroautos sind nicht alltagstauglich!“

Die Reichweiten von Elektroautos können unterschiedlich ausfallen: Nicht nur das Fahrzeugmodell spielt eine Rolle, sondern auch Akkuleistung, Beladung und Fahrweise. Aktuell kommen die meisten E-Autos auf eine Reichweite von 150 – 500 km. Tatsächlich ist das weniger als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Im Alltag spielt das für die meisten jedoch keine Rolle: die wenigsten Fahrer bewegen ihr Auto täglich mehr als 100 km. Laut Kraftfahrtbundesamt fuhren im letzten Jahr PKWs in Deutschland durchschnittlich gerade einmal 38 km am Tag – damit kommt jedes Elektroauto problemlos zurecht.

Dank des mittlerweile guten Ausbaus des Lade-Netzes in Europa lässt sich sogar eine Urlaubsreise mit dem Elektroauto bewältigen. Wenn ihr eine längere Tour per E-Auto planen, schaut doch bei unserem Artikel Urlaub mit dem Elektroauto vorbei.

Vorurteil 3: Tankprobleme. „Es gibt nicht genug Ladestationen für Elektroautos!“

Der Großteil der Elektroautobesitzer lädt das Fahrzeug zuhause auf: meist an einer normalen Haushaltssteckdose, was mit einer längeren Ladezeit verbunden ist, oder an einer Wandladestation, auch „Wallbox“ genannt. Eine solche Wallbox für daheim bieten auch die Stadtwerke an: ein leistungsstarkes Modell mit 11kW lädt das Fahrzeug um ein Vielfaches schneller auf als eine normale Steckdose. Auch unterwegs ist man in Deutschland mittlerweile gut bedient: es existieren heute über 17.000 öffentliche Ladepunkte, Tendenz steigend. Wo diese zu finden sind, lässt sich schnell über eine Kartenansicht in Smartphone-Apps wie “Appsolut Düren” oder “E-Charge” herausfinden.

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Vorurteil 4: Brandgefährlich. „Ein Elektroauto ist nicht sicher!“

„Strom ist gefährlich!“ – das weiß doch jedes Kind. Nicht so bei aktuellen E-Fahrzeugen, die laut ADAC genauso sicher sind wie herkömmliche Autos.
Im Vergleich zum Benzin- oder Dieseltank stellt die Batterie eines Elektroautos kein höheres Brandrisiko dar, wie es oft angenommen wird. Im Crashtest schnitten viele Elektrofahrzeuge sogar besser ab, als Autos mit Verbrennungsmotor.
Übrigens: Angst vor Wasser braucht man im Stromgefährt auch nicht zu haben: sofern Akku und Ladestation der Norm entsprechen, ist das Aufladen bei Regen vollkommen ungefährlich.

Vorurteil 5: Spielzeug für Reiche. „Elektroautos sind viel zu teuer“

Obwohl die meisten E-Autos bislang in der Tat noch etwas teurer sind als Diesel oder Benziner, rentiert sich der höhere Anschaffungspreis bereits nach einigen Jahren deutlich. Subventioniert werden E-Autos seit 2016 von Bund und Herstellern mit 4000 Euro. Hinzu kommen Steuervorteile: Für Elektroautos, die bis Ende 2020 erstmals zugelassen werden, entfällt die KFZ Steuer für zehn Jahre. Wer elektronisch auf den Straßen unterwegs ist, der zahlt im Schnitt weniger als die Hälfte, um von A nach B zu kommen, als Besitzer von Verbrennern.

Sparen kann man vor allem auch durch niedrige Betriebs- und Wartungskosten: Öl -und Filterwechsel, neue Zündkerzen oder Zündspulen – diese und ähnliche normalerweise regelmäßig anstehende Arbeiten entfallen bei batteriebetriebenen Fahrzeugen. Auch beim TÜV zahlt man weniger – schließlich steht keine Abgasuntersuchung an.

Fazit: Auch wenn Elektromobilität ein heiß diskutiertes Thema ist, viele Vorurteile basieren auf Halbwissen und lassen sich größtenteils entkräften. Die wenigsten E-Auto Besitzer bereuen ihren Umstieg. Sie gehören heute zu den ersten, die eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Form der Fortbewegung nutzen und sind damit Vorreiter für ein Umdenken in Mobilitätsthemen.

Markus Niederhöfer

Auszubildender E-Commerce

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