Ölheizung: Fördermittel des Klimapakets

Ölheizung: Fördermittel des Klimapakets

by Markus Niederhöfer

Mit dem Klimapaket möchte die Bundesregierung unter anderem den Bürgern mithilfe von Förderungen bei der Modernisierung von Haus und Heizung unter die Arme greifen. Worauf es beim Austausch der alten Ölheizung ankommt.

Ich habe noch eine alte Ölheizung. Muss ich die jetzt austauschen?

Es gibt keinen Zwang, jetzt eine Ölheizung auszutauschen oder zu sanieren. Es sei denn, das „Schätzchen“ wurde bereits vor dem 1.1.1991 eingebaut. Dann muss eine neue Heizung her. Aber das gilt für alle Heizungen dieses Alters, egal welchen Brennstoff sie nutzen. Das ist schon lange in der Energiesparverordnung (EnEV) geregelt und hat mit dem aktuellen Klimapaket nichts zu tun. Aber auch diese Regelung der EnEV erkennt zwei Ausnahmen an: Ältere Menschen, die ihr Haus schon vor dem 1.2.2002 bezogen haben, müssen eine alte Heizung nicht austauschen, wenn das Haus nicht mehr als zwei Wohneinheiten hat. Und bei einem Eigentümerwechsel eines Hauses mit einem veralteten Heizkessel haben die Erben oder Käufer eine zweijährige Schonfrist für die Heizungsmodernisierung.

 

Wann kommt das endgültige „Aus“ für Ölheizungen?

Das „Gesetz zur Vereinheitlichung des Energiesparrechts für Gebäude“ sieht in der Tat ein Einbauverbot neuer Ölheizungen ab dem 1. Januar 2026 vor.

Zum Hintergrund: Das Klimapaket setzt ein ganzes Bündel finanzieller Anreize, damit möglichst viele Hauseigentümer sich von der Ölheizung verabschieden und auf klimafreundlichere Heizsysteme wechseln. Noch gibt es in deutschen Gebäuden etwa 5,7 Millionen Ölbrenner, viele davon sind veraltet. Prinzipiell könnten Hauseigentümer sogar bis 2026 noch neue Ölheizungen einbauen. Ob das allerdings angeraten ist angesichts der vielfältig geförderten Alternativen, muss jeder selbst entscheiden.

Aber auch von dem Einbauverbot ab 2026 gibt es Ausnahmen:

  • Sogenannte „Hybridlösungen“ bleiben auch danach erlaubt, also die Kombination eines hocheffizienten Ölbrennwertgeräts mit erneuerbaren Energien, beispielsweise Solarthermie.
  • Eine weitere Ausnahme bilden besondere Härtefälle. Wenn keine Gas- oder Fernwärmeleitung in der Nähe liegt, kann auf Antrag eine Ausnahme vom Einbauverbot einer Ölheizung wegen „unbilliger Härte“ genehmigt werden.

 

Welche Zuschüsse kann ich für den Austausch meines Ölkessels beantragen?

Seit dem 1. Januar 2020 kann für eine alte Ölheizung eine Austauschprämie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Wie hoch der Investitionszuschuss ausfällt, hängt davon ab, was an die Stelle der alten Ölheizung treten soll:

  • Fällt die Wahl auf ein klimafreundliches System auf Basis erneuerbarer Energien, beispielsweise eine Wärmepumpe oder eine Biomasseanlage, erhält der Antragsteller den Höchstsatz, nämlich eine Prämie in Höhe von 45 Prozent der Investitionssumme.
  • Für den Einbau einer Erdgas-Hybridheizung mit einem Anteil von mindestens 25 Prozent erneuerbarer Energie wie Solarthermie, beträgt der Investitionszuschuss 40 Prozent der Investitionssumme.

 

Gibt es auch Fördergelder, wenn ich eine andere als eine Ölheizung austausche?

Ja, denn im Rahmen des Klimapakets ist das Marktanreizprogramm „Wärme aus erneuerbaren Energien“ komplett überarbeitet worden. Es sieht auch Investitionszuschüsse vor, wenn keine Ölheizung ausgetauscht wird. Bei dem neuen Heizsystem muss aber immer ein Anteil erneuerbare Energien vorgesehen sein. In bestehenden Gebäuden, in denen zum Zeitpunkt der Antragstellung schon seit mehr als zwei Jahren ein Heizungs- bzw. Kühlsystem in Betrieb genommen wurde, das ersetzt oder unterstützt werden soll, werden gefördert:

  • Solarthermieanlagen mit bis zu 30 Prozent der anfallenden Kosten.
  • Biomasseanlagen mit bis zu 35 Prozent der anfallenden Kosten.
  • Wärmepumpen mit bis zu 35 Prozent der anfallenden Kosten.
  • Hybridheizungen: Wird ein Gasbrennwertkessel mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 Prozent, beispielsweise Solarthermie, zu einer Gas-Hybridheizung gekoppelt, gibt es einen Investitionszuschuss von bis zu 30 Prozent. Für Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen gibt es bis zu 35 Prozent.
  • Renewable Ready“ Gas-Brennwertheizungen: Selbst wenn ein Gasbrennwertgerät nur auf die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet wird, zahlt die BAFA 20 Prozent der Investitionssumme.

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