Mieterstrom – So profitieren Vermieter

Mieterstrom – So profitieren Vermieter

by Sevda Taskiran

Mieter mit selbsterzeugtem Solarstrom zu versorgen war für Immobilienbesitzer lange nicht attraktiv: Denn für die Weitergabe des Stroms fallen 100% EEG-Umlage an. Doch seit 2017 gibt es das Mieterstromgesetz, das den Einsatz von Photovoltaik auf Mietimmobilien fördert. Die daraus entstehenden Mieterstrom-Modelle sorgen für eine Win-Win-Situation: Eigentümer können ihre Mietobjekte ohne eigenes Investitionsrisiko nachhaltig aufwerten und attraktiv machen. Und für Mieter wird es endlich möglich, mit günstigem, netzunabhängigem Grünstrom an der Energiewende teilzuhaben.

So funktioniert der EEG-geförderte Mieterstrom

1. Eine Photovoltaikanlage mit max. 100 kWp wird direkt auf oder an einem Wohn-Gebäude installiert, und versorgt die Mieter unmittelbar mit Solarstrom.
2. Der Anlagenbetreiber schließt einen Versorgungs-Vertrag mit den Mietern. Die Teilnahme ist freiwillig.
3. Zusätzlich benötigter Strom wird automatisch durch Netzstrom ergänzt – z.B. nachts, wenn kein Solarstrom zur Verfügung steht.
4. Nicht verbrauchter Solarstrom wird ins Netz eingespeist.
5. Das EEG sichert eine dauerhaft günstige Versorgung: Die Kosten für den Mieterstrom dürfen maximal 90% des örtlichen Grundversorgungstarifs betragen.

So kommt der Mieterstrom zustande

Die Entscheidung für Mieterstrom liegt beim Immobilienbesitzer. Diese können theoretisch selbst eine Photovoltaikanlage installieren lassen und betreiben. Damit gelten sie jedoch als Stromlieferant. Da dies mit erheblichen energierechtlichen Verpflichtungen verbunden ist, übernehmen in der Praxis fast immer Energieversorger wie die Stadtwerke Düren diese Rolle. Dafür stellen Immobilien-Eigentümer ihre Dachfläche zur Verfügung und schließen mit den Stadtwerken einen Vertrag über eine erste Nutzungsdauer von 21 Jahren. Die SWD kümmern sich dann um alles, von der Planung, Investition und Installation der Photovoltaikanlage bis hin zur Betriebsführung und Abrechnung mit den Mietern.

Vorteile für Immobilienbesitzer

Vorteil für Vermieter ist, dass sie sich um nichts kümmern müssen, kein Risiko eingehen und dabei gleichzeitig die Nachhaltigkeit und Attraktivität ihrer Immobilie steigern können:
• Auf dem Mietmarkt sorgt das Angebot von dauerhaft günstigem Strom für einen deutlichen Wettbewerbsvorteil und eine gute Mieterbindung – so sparen Eigentümer Verwaltungsaufwand.
• Zugleich wird durch die Verfügbarkeit von 100% ökologischem Solarstrom auch ein nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Miet-Klientel angesprochen.

Vorteile von Mieterstrom im Neubau

Besonders lohnenswert ist der Aufbau eines Mieterstrom-Modells mit eigener Photovoltaikanlage im Neubau:
• Die Solaranlage senkt – ohne Investitionskosten für Eigentümer – den Primärenergiebedarf der geplanten Immobilie, und erleichtert so die Erfüllung energietechnischer Voraussetzungen, wie die seit 2016 verschärften EnEV-Anforderungen (Energieeinsparverordnung) (Info-Broschüre des Bundesverbands Erneuerbare Energien e.V.).
• Im Neubau können die PV-Module auch in Sachen Statik und Ästhetik direkt eingeplant und schon beim Bau optimal integriert werden.
• Niedrigere Installationskosten im Neubau können Mieterstrom-Modelle auch für kleinere Immobilien mit weniger Parteien rentabel machen.

Attraktiv für Mieter

Für die Mieter ist nicht nur die netzunabhängige, nachhaltige Energieversorgung attraktiv, sondern auch die Möglichkeit, bares Geld zu sparen. Denn der Arbeitspreis für den hauseigenen Solarstrom ist im Mieterstrom-Modell der Stadtwerke Düren bis zu 5 Cent günstiger als der normale Netzstrom! Mieter erhalten dafür einen Standardmieterstromvertrag mit zwei Tarifen: einen für den Solarstrom, und einen für zusätzlich benötigten Netzstrom – bei den SWD greift hier der Schutzengel-Tarif.
Bei richtigem Verbrauch können Mieter dabei deutlich sparen.
Praktisch für die Mieter ist auch das intelligente Mess-System, das den Stromverbrauch genau aufschlüsselt. Dank eigenem Datenzugang können Mieter so jederzeit nachvollziehen, wie viel Solarstrom gerade produziert wird und wie der eigene Stromverbrauch aussieht.

Mieterstrom für Gewerbeflächen

Die Mieterstrom-Förderung gilt ausschließlich für Wohngebäude – doch das trifft bereits zu, wenn mindestens 40 % als Wohnfläche genutzt werden. So können auch in Mehrfamilienhäusern integrierte Gewerbe wie Frisörsalons, Arztpraxen oder Kanzleien mit günstigem Mieterstrom versorgt werden. Das lohnt sich besonders, da die meisten Gewerbe tagsüber arbeiten und so die Kostenvorteile des Solarstroms voll nutzen können.
Bei offiziellen Gewerbeflächen gibt es keine Förderung durch das EEG. Hier attraktive Konditionen für Mieterstrom zu schaffen ist damit deutlich herausfordernder. Allerdings konnten die SWD durch die Erfahrung mit dem Mieterstrommodell, den Einsatz intelligenter Mess-Systeme und sinkender Preise für Photovoltaikmodule auch für Gewerbe-Objekte schon rentable Projekte realisieren.

Zukunftstrend lokaler Strom für Gewerbe

Eigentümer von Gewerbeflächen, die ihren Strom selbst verbrauchen, scheuen vor dem Risiko und der Verantwortung einer selbstbetriebenen Photovoltaikanlage oft zurück. Auch hier arbeiten die SWD daran, Eigentümern risikoarm eigenen Solarstrom zu ermöglichen. Dazu übernehmen die Stadtwerke ähnlich wie beim Mieterstrom-Modell die Rolle des PV-Anlagenbetreibers. Das heißt zum Beispiel ein Betrieb mit einer großen Halle, der tagsüber viel Strom verbraucht, kauft seinen Strom nach wie vor bei den Stadtwerken – diese liefern den Strom aber nicht aus dem Kraftwerk, sondern produzieren ihn direkt vor Ort auf dem Dach des Betriebs. Der Betrieb profitiert so von 100% ökologischem, netzunabhängigen und günstigem Solarstrom aus der hauseigenen Anlage – ohne eigenes Risiko und langfristig abgesichert. Da die Rentabilität stark von Objekt und Ausnutzung abhängt, müssen die Möglichkeiten hier individuell abgeklopft werden.

Jetzt zum Mieterstrom erkundigen

Ob sich die Installation einer Photovoltaikanlage auf Ihrem Mietobjekt lohnt, hängt von der Anzahl der Mietparteien, dem Gesamtstrombedarf und der vorhandenen Fläche ab. Unsere Experten für den Einsatz von Photovoltaik beraten Sie gerne unverbindlich:

Ihr Ansprechpartner

Dr. Ing. Markus Reuß
Tel: 02421 126 – 403
E-Mail: markus.reuss@stadtwerke-dueren.de

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