Ein Blick über den Weihnachtstellerrand

Ein Blick über den Weihnachtstellerrand

by Markus Niederhöfer

Tannenbaum, Christkind und Geschenke am 24. Dezember – so feiern die meisten Deutschen Weihnachten. Doch wie sieht das in anderen Ländern aus? Das haben wir ein paar Kolleginnen und Kollegen der Stadtwerke Düren gefragt.

Niederlande – Anja Bus

Anja Bus arbeitet im Kundenservice der Stadtwerke Düren. Mit einem deutschen Vater und einer Mutter aus den Niederlanden wuchs sie mit gleich zwei schönen Traditionen auf. Sie erzählt uns von ihren Weihnachten aus Kindertagen.

Weihnachtsfest Hoch 2

Weihnachten mal ganz anders: Denn in den Niederlanden ist nicht Heiligabend, sondern der Nikolaustag der wichtigste Feiertag in der Weihnachtszeit. Während in Deutschland alle Festivitäten, wie der Kirchgang oder die Bescherung an Heiligabend passieren, werden diese Bräuche in den Niederlanden getrennt. Am 25. Dezember gehen die Niederländer in die Kirche, genießen ein Festmahl an Leckereien und feiern ein besinnliches Weihnachtsfest mit festlicher Kleidung. Am 5. Dezember aber, also am Nikolausabend, ist die große Bescherung mit jeder Menge Geschenken und guter Laune.

Mit dem Schiff aus Spanien

An diesem Tag kommt der Nikolaus, Sinterklaas genannt, mit einem Schiff aus Spanien angefahren. „Unsere Verwandten wohnen direkt an der Maar, von dort aus konnten wir das Schiff schon aus der Ferne sehen und waren alle ganz aufgeregt“, erzählt Anja Bus. Bepackt mit Rute und rasselnden Ketten kommt Sinterklaas mit seinem Gefolge, darunter der „Zwarte Piet“, in die Nachbarschaft und verteilt Geschenke an die Kinder. „Für mich war das Fest bei meinen Verwandten immer total toll, weil ich zwei Bescherungen hatte: die in den Niederlanden und die in Deutschland“, erinnert sich Anja Bus.

Russland – Tatyana Leroy

Auch in Russland gibt es viele Traditionen. Die Köchin der SWD-Kantine, Tatyana Leroy, erzählt von den alten und neuen Weihnachtsbräuchen in Russland.

Essen, wenn die Sterne strahlen

Traditionell wird in Russland ein 40-tägiges Weihnachtsfasten eingehalten. Das endet am Heiligen Abend, der in Russland am 6. Januar gefeiert wird. Wenn die ersten Sterne dann am Himmel leuchten, darf gegessen werden. Diese Mahlzeit besteht oft aus zwölf Fastengerichten, die für die zwölf Apostel stehen. Unter anderem wird Kutja gemacht, ein traditioneller russischer Vollkornbrei mit getrockneten Früchten und Honig. Erst am 7. Januar darf wieder alles gegessen werden. An diesem Tag wird das eigentliche Weihnachten gefeiert. Mit einer Gans oder einem Schweinebraten und einer Torte.

Neues Jahr, neue Geschenke

Geschenke gibt es an diesen traditionellen Tagen aber nicht. Die werden an Silvester, also am 31. Dezember, verteilt. Auch das Neujahresfest ist in Russland sehr wichtig. An diesem Tag wird der Baum geschmückt, das neue Jahr eingeläutet und Geschenke werden verteilt. Für Tatyana Leroy ist und bleibt der 7. Januar aber einer der wichtigsten Weihnachtstage: „Am 7. Januar ist auch mein Geburtstag. Deswegen wird dieser Tag bei uns immer aus zwei Gründen groß gefeiert.“

Griechenland – Annika Bremen-Chaitas

Mit einem Schwiegervater aus Griechenland hat die Produktmanagerin Annika Bremen-Chaitas nicht nur deutsche Festtage, sondern auch griechische: „Wir verbringen jedes zweite Weihnachten in Griechenland. Es wird gegessen, gelacht und gefeiert.“

Boot statt Baum schmücken

Die Weihnachtstage sind nach Ostern für Griechen die wichtigste Zeit im Jahr. Heiligabend wird in Griechenland am 25. Dezember gefeiert. An diesem Tag endet auch das 40-tägige Fasten. Abends gibt es ein Festmahl mit Speisen wie Hühnchen oder Truthahn und Kourambiedes, einem Weihnachtsgebäck. Auf dem Marktplatz wird sogar ein Schiff dekoriert. „Tannenbäume sind eine neuere Tradition – in den Siebzigern gab es dagegen Proteste. Früher haben sich alle aus dem Dorf getroffen und das Schiff geschmückt“, erzählt Annika Bremen-Chaitas.

Glück für den mit der Münze

Doch nicht nur Heiligabend ist wichtig in der Weihnachtszeit – auch Silvester wird groß gefeiert. Die Kinder ziehen um die Häuser, singen Lieder und bekommen kleine Geschenke. Zum Jahreswechsel gibt es einen weiteren wichtigen Brauch: In die Vassilopita, einem süßen Brot, wird eine Münze eingebacken. Wer diese in seinem Stück findet, der ist im kommenden Jahr mit Glück gesegnet.

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