E-Autos – So sieht Elektromobilität 2019 aus

E-Autos – So sieht Elektromobilität 2019 aus

by Markus Niederhöfer

Was tut sich auf dem E-Auto Markt? Wie weit ist die Technologie und wann lohnt sich der Kauf? Wir klären die wichtigsten Fragen und Begriffe rund um das Thema Elektromobilität und zeigen wo die Reise hingeht.

Elektroauto statt Benziner – lohnt sich das wirklich?

Auf diese Frage gibt es derzeit keine klare Antwort. Sowohl die ökonomische als auch die ökologische Bilanz von Elektrofahrzeugen variieren sehr stark mit der jeweiligen Anwendung der definierten Randbedingungen, wie etwa die jährliche Fahrleistung, dem Verbrauch oder die Größe der Batterie. Das Potenzial, CO2-Emissionen und Kosten gegenüber konventionellen Fahrzeugen einzusparen, ist jedoch groß und positive Ergebnisse zugunsten der Elektrofahrzeuge wurden bereits in mehreren Studien bewiesen.
Beispielsweise kommt eine umfassende Klimabilanz des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg zu folgendem Resultat: Bei einer Lebensfahrleistung von 150.000 km haben Elektroautos gegenüber Benzinern einen Klimavorteil von 24%. Bei Verwendung von Ökostrom liegen E-Autos sogar bis zu 50% vorne.
Auch bei den Gesamtkosten der Fahrzeughaltung bieten Elektrofahrzeuge laut einer ADAC-Studie große Einsparpotenziale. Zudem werden Elektroautos immer günstiger, denn Angebot und Auswahl wachsen rasant, ebenso wie die Zulassungszahlen.

Jetzt schon ein E-Auto kaufen oder warten?

Wer überlegt, ein E-Auto zu kaufen, für den könnte es sich trotzdem lohnen, das kommende Jahr abzuwarten. Denn aktuell passiert eine ganze Menge auf dem E-Auto Markt. Mit Reichweite, innovativen Technologien und auch Preis-Leistung buhlen die großen Hersteller um Marktanteile. Etablierte E-Auto Hersteller wie Renault, BMW und Tesla nehmen mit neuen Modellen Fahrt auf, und VW will mit günstigen Verbrauchermodellen Weltmarktführer für Elektrofahrzeuge werden.

Was gibt es beim Kauf eines E-Autos zu beachten?

Beim Kauf sind die wichtigsten Vergleichsfaktoren Preis, Reichweite und Ladekapazität. Die Reichweiten der gängigen Elektroautos rangieren derzeit zwischen 100 und 500 km. Wenn man das E-Auto eher für kurze Fahrten zum Einkaufen oder zur Arbeit braucht, kann auch schon ein kleiner, günstiger Cityflitzer mit geringer Reichweite genügen.
Wer etwas tiefer in die Tasche greift, kommt locker auf Reichweiten von 250-350 km. Viele Modelle sind schon zwischen 15.000 und 30.000 € zu haben. Eine aktuelle Modellübersicht gibt es hier. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Auswahl des richtigen E-Fahrzeugs ist die Ladekapazität. Hier ist es empfehlenswert sich vorher mit den verschiedenen Steckersystemen auseinanderzusetzen – einen Überblick dazu gibt es weiter unten.

Wo und wie schnell kann ich mein E-Auto laden?

Man kann sein E-Auto zwar zu Hause an einer normalen Steckdose laden, diese “Notladung” braucht allerdings sehr lange und kann auf Dauer zu Schäden führen. Schonender und deutlich schneller lädt man privat mit einer Wallbox mit integriertem Steuergerät. Öffentliche Ladesäulen für E-Autos gibt es aktuell über 17.300 in Deutschland, davon über 2000 Schnelladestationen. Einen schnellen Überblick und einfache Routenplanung liefern Webseiten wie goingelectric.de oder Apps wie NewMotion und Plugsurfing.

Kosten und Abrechnung beim Laden von Elektrofahrzeugen

Grundsätzlich ist das Laden eines E-Autos günstiger als beim Benziner. Für 100 Kilometer brauchen die meisten Modelle um die 15 Kilowattstunden. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 29,99 Cent pro Kilowattstunde sind das gerade mal 4,50 Euro pro 100 km, wenn man das Fahrzeug zu Hause lädt. Noch besser dran ist, wer eine Photovoltaikanlage oder eine Brennstoffzelle hat und seinen eigenen Strom produzieren kann.
An einigen öffentlichen Ladestationen kann man auch umsonst laden, z.B. in manchen Restaurants, Kinos oder Hotels – allerdings oft nur sehr langsam.
Bei öffentlichen Stromtankstellen für Elektrofahrzeuge ist der Tarifdschungel aktuell noch etwas unübersichtlich. Hier gibt es pauschale, verbrauchs- oder zeitbasierte Abrechnungsmodelle. Auch für das Bezahlen gibt es viele Methoden: vom “barriefereien” Bezahlen mit Kreditkarte oder Online-Zahlmöglichkeiten, über die Verrechnung mit dem Parkticket bis hin zu Ladekarten von “Roaming-Anbietern”, die einfachen Zugang und Bezahlung bei vielen Stationen bieten. Im Kommen sind ausserdem Plug & Charge Systeme, bei denen das Auto und die zugehörigen Zahlungsdaten automatisch beim Laden erkannt werden.

Ladedauer

Bei der Ladedauer spielen sowohl die Ladestation wie auch die Fahrzeug-Batterie und das verwendete Steckersystem eine Rolle. Deswegen können hier nur sehr grobe Orientierungswerte angegeben werden.

Ladesysteme für Elektrofahrzeuge – Die wichtigsten Begriffe erklärt

Der Unterschied zwischen AC- und DC-Ladestationen

Die Batteriesysteme in E-Autos verwenden nicht den Wechselstrom (engl.: alternating current – AC) aus dem normalen Stromnetz, sondern Gleichstrom (engl. direct current – DC). Deswegen sind in den E-Autos Ladegeräte installiert, die den Strom umwandelt. So können die Autos zuhause und an sogenannten AC-Ladestationen mit normalem Netzstrom geladen werden. Es gibt jedoch immer mehr spezielle DC-Schnelladesäulen, an denen Elektroautos direkt mit Gleichstrom geladen werden können. Hier sind direkt in der Ladesäule hochleistungsfähige Ladegeräte verbaut, die den Strom schneller umwandeln können als das kleine Ladegerät im Auto.

Typ2 Stecker / Menneke-Stecker (nur AC-geeignet)
Für das Laden am AC-Stromnetz hat sich der Typ2-Stecker als EU-Norm durchgesetzt. Er wird nach der Herstellerfirma auch als “Menneke-Stecker” bezeichnet und lädt mit bis zu 43 kW. Es gibt auch noch Autos mit einem weniger leistungsfähigen Typ1 Stecker. An den meisten Ladestationen wird hier ein Adapter benötigt.

CCS – Combined Charging System (DC-geeignet)
Beim CCS (Combined Charging System) wird der Typ2-Stecker mit zwei weiteren Anschlussstellen ergänzt. Damit kann man sowohl an den Schnelladestationen als auch an den normalen AC-Stationen laden.

CHAdeMo (DC-geeignet)
Asiatische Hersteller nutzen oft ein anderes Steckersystem, das ChadeMo genannt wird – Akronym für “CHArge de MOve”. Schnelles Lades to go bei einem Tässchen Tee.

Tesla
Der amerikanische Autobauer hat eigene “Supercharger” Ladesäulen mit bis 145 kW und sein eigenes Steckersystem, bietet jedoch Adapter an.

Zukunftsaussichten für Elektromobilität

Superschnelles Laden mit 400kW
Bei den Ladezeiten versuchen sowohl die Fahrzeughersteller als auch die Hersteller der Ladesysteme, sich gegenseitig zu übertrumpfen. CHAdeMO kündigte an, ab 2020 erste Schnelladestationen mit bis zu 400 kW anzubieten. Damit könnte ein Auto mit der richtigen Kapazität in unter 15 Minuten wieder bis zu 80% geladen werden. Auch beim CCS System wird in die Richtung gearbeitet.

Wireless – E-Auto ohne Kabel laden
Parallel wird auch an Methoden geforscht, die Batterien der E-Autos ohne Kabel aufzuladen. So arbeitet die Society of Automotive Engineers am Laden mit Induktion. Damit können die E-Fahrzeuge während der Fahrt über Magnetspulen in der Straße aufgeladen werden. Auch das Laden der Akkus mit Solarstrom wird getestet. Gerade erst im Spätsommer 2019 wurde ein Prototyp für den Toyota Prius vorgestellt, der sich über Solarzellen auf dem Autodach selbst aufladen kann.

Vehicle-to-Grid (V2G)
Einige Autos unterstützen jetzt schon V2G. Damit kann der Strom auch andersherum fließen, vom Auto ins Stromnetz. So kann das Auto im smarten Verkehrsnetz von morgen als mobiler Stromspeicher dienen, der Strom aus dem Netz zieht wenn er gebraucht wird und Strom abgibt wenn er woanders benötigt wird.

 

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Tel.: 02421-126 257
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