Der große Heizungs-Check

Der große Heizungs-Check

by Grit Irmscher

Der Zeitpunkt ist günstig: Noch nie gab es für den Kauf einer neuen Heizung so viele Fördergelder. Doch welche ist die richtige? Wir haben den Heizungscheck gemacht und einen Überblick über moderne, ökologisch sinnvolle Heizsysteme sowie ihre Vor- und Nachteile zusammengestellt.  

Eine wichtige Neuerung vorweg: Fördergelder bekommen Bauherren und Hauseigentümer seit Jahresbeginn nur noch für Heizsysteme, die zumindest einen gewissen Anteil an erneuerbaren Energien nutzen. Nur solche sind finanziell und ökologisch zu empfehlen.

Drei Hauptheizkomponenten werden bezuschusst. Es sind zugleich die meistverkauften Systeme:

  • Gas-Brennwertkessel
  • Öl-Hybridheizungen
  • Wärmepumpe
  • Holzpellet-Kessel

Sie lassen sich jeweils unterschiedlich mit Solarthermie und/oder Photovoltaik kombinieren.

Gas-Brennwert mit Solar

Gas-Brennwertkessel sind technisch ausgereift, zuverlässig und preiswert in der Anschaffung. Sie lassen sich platzsparend und einfach einbauen – vorausgesetzt, ein geeigneter Schornstein ist vorhanden und das Haus bereits an das Gasnetz angeschlossen. Allerdings ist Erdgas eine fossile Energie. Deshalb erhalten Heizungskäufer seit Jahresbeginn Fördergelder nur noch für eine Gas-Brennwert-Heizung, wenn sie den Gaskessel mit erneuerbaren Energien kombinieren, etwa einer Solarthermieanlage oder einer Hybridwärmepumpe. Bewährt hat sich die Kombination mit Solarthermie: Die Kollektoren bereiten Warmwasser auf und können in manchen Fällen auch die Heizung unterstützen. Eine solche Hybrid-Heizung für den Einstieg in grüne Wärme gibt es als fertige Systemlösung mit gut aufeinander abgestimmten Komponenten. Beim Kostenvergleich sollten Verbraucher die CO2-Abgabe im Blick behalten: Sie wird ab 01. Januar 2021 für alle fossilen Energieträger, also auch für Erdgas, erhoben und steigt bis 2026 von Jahr zu Jahr. Bei einem durchschnittlichen Gasverbrauch von 20 000 Kilowattstunden pro Jahr liegen die Mehrkosten im ersten Jahr bei 120 Euro und klettern bis 2026 auf etwa 320 Euro pro Jahr.

Vor- und Nachteile einer Gas-Brennwert-Heizung

Gas-Brennwertkessel

+ technisch ausgereift

+ preiswert in der Anschaffung

– fossiler Energieträger (CO2-Steuer)

– setzt geeigneten Schornstein und Gasanschluss voraus

Vor- und Nachteile von Solarthermie

Solarthermie

+ kostenlose Sonnenenergie

+ bewährte Technik

– Installation relativ aufwendig

– saisonabhängiger Ertrag

Vor- und Nachteile von Photovoltaik

Photovoltaik

+ kostenlose Energiequelle

+ Ertrag als Strom nutzbar

– braucht viel Platz auf dem Dach

– saisonabhängiger Ertrag

Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist eher für den Neubau oder eine Komplettsanierung geeignet. Wo sie zum Einsatz kommt, sollte das Haus sehr gut isoliert sein und eine Fußboden- oder Wandheizung haben. Der Grund: Nur bei guter Dämmung reichen die relativ niedrigen Vorlauftemperaturen von 30 bis 50 Grad aus, um die Räume angemessen und energieeffizient zu wärmen. Sonst würden Stromverbrauch und Kosten sprunghaft steigen – und die eigentlich sehr gute Ökobilanz der Wärmepumpe wäre dahin. Hinzu kommt: Die Kollektoren, die der Erde die Wärme entziehen, müssen entweder im Garten in rund 1,5 Meter Tiefe vergraben oder als Sonden etwa 100 Meter tief in den Boden getrieben werden. Das ist aufwendig und macht die Systeme recht teuer. Fortschrittliche Heizungsbauer mit Finanzreserven lassen sich davon jedoch nicht abschrecken und koppeln die Geo- mit Solarthermie: Von Herbst bis Frühling unterstützt die Solarthermie die Wärmepumpe, im Sommer geben die Solarkollektoren überschüssige Wärme an die Erdkollektoren ab. Im Winter wird die so gespeicherte Wärme von der Wärmepumpe wieder abgerufen und macht das ganze System so sehr effektiv. Eine ebenfalls attraktive Kombination ist die Koppelung der Wärmepumpe mit Photovoltaikanlagen. Mit dem günstigen Solarstrom vom Dach können die Betriebskosten der Wärmepumpe verringert werden.

Vor- und Nachteile einer Wärmepumpenheizung

+ üppige Zuschüsse

+ effizient

– teuer in der Anschaffung

– Erdwärmepumpe: aufwendiger Einbau, setzt geeignetes Grundstück voraus

– Luft-Wärmepumpe macht Geräusche

Holzpellets

Wer sich für eine Holzpellet-Heizung entscheidet, setzt konsequent auf Klimaschutz. Denn er heizt sein Haus komplett erneuerbar. Die gepressten Sägespäne geben nur so viel CO2 ab, wie vorher in ihnen gebunden war; sie verbrennen also klimaneutral. Wichtig: Die Pellets müssen irgendwo gelagert werden. Erforderlich ist neben dem Heizkessel daher ein fünf bis zehn Quadratmeter großer, trockener Kellerraum für den Vorratsbehälter.

Holzpellet-Anlagen sind relativ günstig in der Anschaffung, wenn Fördermittel in Anspruch genommen werden. Allerdings kann es bei den laufenden Kosten Überraschungen geben: Die automatische Zufuhr der Pellets in den Kessel über Saugrohr oder Förderschnecke verursacht zuweilen hohe Stromkosten und der Wartungsaufwand ist erfahrungsgemäß hoch. Dafür lagen die Pellet-Preise bisher meist unter denen von Erdgas. Allerdings kann die Beschaffung künftig teurer werden. Ein Preisvorteil bleibt jedoch: Die Pellets unterliegen nicht der künftigen CO2-Abgabe. Auch Holzpellet-Heizungen lassen sich mit Solarthermie koppeln. Die Solarkollektoren übernehmen dann im Sommer die Warmwasserbereitung.

Vor- und Nachteile einer Holzpelletheizung

Holzpellets aus Abfallholz

+ relativ geringe Anschaffungskosten dank Förderung

+ niedrige Brennstoffkosten

– hoher Wartungsaufwand

– benötigt viel Platz im Keller

 

 

Volle Fördertöpfe

Das Klimapaket der Bundesregierung setzt ein Bündel finanzieller Anreize, damit möglichst viele Hauseigentümer auf klimafreundlichere Heizsysteme umsteigen. Wer jetzt seine alte Ölheizung gegen ein fortschrittlicheres System austauscht, für den übernimmt der Staat im Idealfall fast die Hälfte der Kosten. Die wichtigsten Zuschüsse und Kredite auf einen Blick gibt’s

Ihr Ansprechpartner im Bereich SWD Hauswärme & SWD Photovoltaik

Andre Buchenau
Tel.: 02421-126 347
Email: andre.buchenau@stadtwerke-dueren.de

Grit Irmscher

Online Marketing Managerin

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