Chance zum Umdenken!

Chance zum Umdenken!

by Grit Piepers

Krisen haben schon immer Veränderungen mit sich gebracht. Wie diese langfristig aussehen werden, wissen wir noch nicht genau. Aber wir haben die Chance, sie in etwas Gutes zu verwandeln. 

Noch vor wenigen Jahren hätte niemand ernsthaft daran geglaubt, dass eine kurzfristige Umstellung auf regenerative Energien in Deutschland gelingen würde. Dann erschütterte am 11. März 2011 ein Erdbeben die Küste Japans, in dessen Folge das Atomkraftwerk in Fukushima havarierte – mit verheerenden Folgen. Von da an ging alles sehr schnell, und es setzte ein Umdenken ein. Unter dem Eindruck von Fukushima wurde der stufenweise Atomausstieg in Deutschland beschlossen und die Wende hin zu mehr grüner Energie beschleunigt. Im ersten Quartal dieses Jahres lag der Regenerativstromanteil bundesweit bereits bei 55 Prozent. Auch 2020 wird in die Geschichte eingehen. Die Corona- Pandemie hat unser Leben innerhalb weniger Wochen komplett auf den Kopf gestellt und die Grundlagen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Miteinanders auf unbestimmte Zeit verändert.

Veränderungen als Chance

In NRW waren die Schul- und Kitaschließungen am 16. März der erste radikale Einschnitt zur Eindämmung des Virus. Auch Restaurants und Läden, Freizeit- und Kultureinrichtungen mussten schließen. Viele Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Etliche berufstätige Eltern sahen sich Betreuungsengpässen und einem komplett neu organisierten Familienleben gegenüber. Aber die schwerwiegendste Einschränkung war mit Abstand die gebotene physische Distanzierung: kein Besuch mehr bei Oma und Opa, im Seniorenheim oder im Krankenhaus, kein Treffen mit Freunden, kein Austausch mit Kollegen beim Kaffee. Besonders für Alleinstehende, Alte und Kranke eine traurige Erfahrung.

Wir rücken enger zusammen

Statt kollektiver Schockstarre passierte jedoch in vielen Bereichen der Gesellschaft etwas völlig Entgegengesetztes – die meisten Menschen wurden aktiv und vor allem kreativ: Neue, flexible Arbeitsweisen sind entstanden. Beruf und Familie sind doch irgendwie vereinbar. Vieles geht auf einmal auch online – arbeiten, lernen, einkaufen, Sportangebote, Konzerte, Zoo- und Museumsbesuche. Kultur gibt es vorübergehend für alle und das sogar kostenlos. Konzepte, die lange in irgendeiner Schublade schlummerten, werden hervorgeholt und umgesetzt. Von allen Seiten kommen Hilfsangebote: angefangen beim Einkauf für ältere Nachbarn oder Familienangehörige über Lern-Unterstützung von Studierenden für Schüler bis hin zu Spenden für Obdachlose. Solidarität, Zusammenhalt und Nächstenliebe sind zu wichtigen Stützen geworden und lassen ein neues Gemeinschaftsgefühl entstehen. Wir haben viel Zeit zu Hause verbracht – für viele ein Gefühl der Entschleunigung, an dem man am liebsten festhalten möchte. Also, nicht mehr von einem Treffen zum nächsten Termin hetzen und irgendwie alle und alles unter einen Hut bringen müssen. Endlich genug Zeit, dem Hobby nachzugehen oder mal wieder ein Buch zu lesen. Geburtstagsgrüße an Freunde nicht mal eben rasch per Handy-Nachricht verschicken – auch dafür nehmen wir uns wieder Zeit und greifen zum Telefonhörer. Es tut gut, die Stimme des anderen zu hören und sich auszutauschen. Auch die Natur ist wieder mehr in den Fokus gerückt: bei Spaziergängen, beim Anlegen eines Gemüsebeets im Garten oder bei der Aussaat bienenfreundlicher Blumen auf dem Balkon. Das Klima profitiert vom Rückgang des Auto- und Flugverkehrs und ohne die vielen Kreuzfahrtschiffe vor Venedig sehen Einheimische wieder Fische in ihren Kanälen.

„Wir als SWD verstehen uns als ganzheitlicher Energiedienstleister, bei dem Umdenken ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie ist.“ – Heinrich Klocke, SWD-Geschäftsführer

Umdenken erforderlich

Vorher Undenkbares scheint auf einmal möglich – zumindest vorübergehend. Aber bei all den positiven Effekten bleibt die Corona-Pandemie natürlich eine sehr ernste Krise, die uns in vielen Bereichen Unzulänglichkeiten und Grenzen aufzeigt. Und die gilt es nun, anzuerkennen und daraus zu lernen. Wie bei der Fukushima-Katastrophe hilft dabei nur ein Umdenken. Denn in einem sind sich alle Experten einig: Unsere Welt wird sich verändern. Und die Herausforderung wird sein, mit den neuen Gegebenheiten zurechtzukommen und klug zu steuern, wo es hingehen soll. Und genau darin liegt auch eine Chance: Jetzt ist der Zeitpunkt, alternative Wege einzuschlagen. Noch wissen wir nicht, welche mittel- und langfristigen Auswirkungen uns erwarten. Wie sich unser Technikgebrauch, unsere Werte und Konsummuster verändern. Wie das Virus langfristig die Wirtschaft beeinflusst und was es mit unserer Gesellschaft macht. Doch jetzt haben wir die Möglichkeit, unsere Zukunft neu zu denken. Machen wir etwas daraus! Denn es liegt an uns, ob es eine verpasste Chance wird oder etwas Neues und Besseres entsteht.

„Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. – “ Matthias Horx, Zukunftsforscher

Die Welt nach Corona

Zukunft – was ist das überhaupt? Was gerade noch galt, kann wenige Stunden später überholt sein. Wir wissen nicht, was uns die Zukunft bringt. Und das verunsichert enorm. Der Zukunftsforscher Matthias Horx beschäftigt sich mit der Welt nach Corona und wendet dabei ein Verfahren an, das er Re-Gnose nennt. Anders als bei der Pro-Gnose schaut er dabei aus einer vorgestellten Zukunft auf das Heute. Das führt zu einer angenehm anderen Sichtweise. Plötzlich erscheint die Zukunft weniger bedrohlich, denn wir leben noch. Wir haben die schlimmste Krise überwunden. Wer Lust hat auf diese Art der Zeitreise: www.diezukunftnachcorona.com/die-welt-nach-corona

Grit Piepers

Online Marketing Managerin

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