20 Jahre EEG

20 Jahre EEG

by Grit Piepers

Im Jahr 2000 ging das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, an den Start. Es führte zu einem Boom bei Solar-, Wind- und Biogasanlagen und wurde weltweit kopiert. Doch inzwischen stagniert der Ausbau.

Als das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 in Kraft trat, gab es ein paar wenige Pioniere, die Solaranlagen und Windräder errichteten. Heute sind sie „Mainstream“, der Ökostromanteil lag 2019 bei 42 Prozent. Ohne Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wäre das nicht möglich gewesen. Das EEG war nicht nur in Deutschland ein Erfolg – mehr als hundert Ländern weltweit haben das Gesetz kopiert. Die Argumente für den Ausbau erneuerbarer Energien leuchten ein: Bei ihrer Nutzung fällt kein oder nur wenig Kohlendioxid an, das als Klimagas erheblich zur Klimaerwärmung beiträgt.

Trotzdem diskutierte Deutschland über das EEG bei seiner Einführung kontrovers. Warum, erklärt die Ökonomin und Energieexpertin Claudia Kemfert in einem Interview des Deutschlandfunks: Das EEG war „ … vor allen Dingen deshalb umstritten, weil man ja relativ hohe Fördersätze für die erneuerbaren Energien festgelegt hat und (das) anders als sonst nicht über den Staatshaushalt oder über Steuern … finanziert, sondern direkt über den Strompreis, sprich, alle Stromkunden haben ja einen entsprechenden Aufschlag bezahlt. … damit wollte man die erneuerbaren Energien in den Markt bekommen, und das hat ja auch gut funktioniert.“

Wie funktioniert das EEG?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz senkt den Verbrauch fossiler Energie und damit den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung primär auf zwei Arten: Es gibt Strom, der aus erneuerbaren Energien eingespeist wird, den Vorrang vor elektrischer Energie aus Kernkraft-, Kohle- oder Erdgaskraftwerken. Außerdem erhalten die Betreiber von EEG-Anlagen von den Netzbetreibern eine Vergütung für den eingespeisten Strom. Diese Vergütung richtet sich nach Art und Baujahr der EEG-Anlagen und sinkt stufenweise. Nach 20 Jahren Betriebsdauer läuft die Vergütung für die einzelnen Anlagen aus.

Die Mehrkosten gegenüber billigerem Börsenstrom werden über die EEG-Umlage finanziert; sie werden also nicht über den Bundeshaushalt finanziert, sondern erhöhen den Strompreis. Damit bezahlen die Stromverbraucher für die Nutzung von Strom aus umweltfreundlichen EEG-Anlagen. Ausnahmen gibt es für besonders energieintensive Unternehmen.

Welchen Anteil an steigenden Stromkosten hat die EEG-Umlage?  

Zwischen 2000 und 2012 hat sich der durchschnittliche Preis für Haushaltsstrom mehr als verdoppelt: von rund 14 Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh) auf 29 Ct/kWh. Ein Grund dafür seien die damals hohen Investitionskosten für EEG-Anlagen gewesen, erklärt die Initiative „Unendlich viel Energie“. Doch seit 2013 sei der Anstieg der Strompreise stark abgeflacht: „Inflationsbereinigt ist Strom seit 2013 gar nicht teurer geworden.“

Trotzdem steigt durch die EEG-Umlage natürlich der Strompreis. 2019 machte sie mit 21 Prozent etwa ein Fünftel des durchschnittlichen Strompreises für Haushaltskunden aus.

Aber was wäre in den letzten Jahren ohne den Zuwachs der erneuerbaren Energien passiert? Nicht zuletzt hätten wir in Deutschland zusätzliche konventionelle Kraftwerke bauen müssen, um den gestiegenen Strombedarf zu decken.

Was ist für die Zukunft beim Ausbau der Erneuerbaren Energien zu erwarten?

Wind- und Sonnenenergie stellen den Großteil der EEG-Anlagen. 2019 produzierten die deutschen Photovoltaikanlagen fast 50.000 Megawatt (MW) Strom.

Doch dieser Erfolg hat eine Kehrseite: Ab einer Gesamtleistung von 52.000 MW (52 GW) greift der sogenannte Deckel für Photovoltaik. Das bedeutet: Sind durch alle Anlagen bundesweit insgesamt 52-Gigawatt-Photovoltaikleistung erbracht, erhalten Betreiber von PV-Anlagen, die danach ans Netz gehen, keine EEG-Förderung mehr.

Schwierigkeiten gibt es auch beim Ausbau der Windkraft. Ein Beispiel: Um die Akzeptanz für den Bau neuer Windkraftanlagen zu erhöhen, plädierte der Bundeswirtschaftsminister dafür, einen pauschalen Mindestabstand  zwischen einer neuen Windkraftanlage und der nächsten Wohnbebauung einzuführen. Zwar ist das Ministerium nach massiver Kritik inzwischen zurückgerudert und hat einen neuen Vorschlag vorgelegt: Demnach bildet die 1000 Meter-Abstandsregelung zwar den Grundsatz, aber die Länder können davon abweichen und die Auslegung individuell bestimmen. Unabhängig davon bleibt es aber schwierig, neue Standorte für Windkraftanlagen zu finden, die allen Interessengruppen gerecht werden.

Ob unter diesen Voraussetzungen die EEG-Quote bei der Stromerzeugung wie geplant steigen kann, ist fraglich. Immerhin will die Bundesregierung, dass schon 2030 rund 65 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Von den Schwierigkeiten, langfristig und dauerhaft den Anteil der regenerativen Energie zu steigern, können auch aktuelle Erfolgsmeldungen nicht ablenken. Im ersten Quartal 2020 lag zum Beispiel der Anteil von Ökostrom am Strommix bei 52 Prozent.

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Grit Piepers

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